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Statusbericht 2015

Artikel vom 31.10.2016

Alkohol ist weiterhin das am meisten konsumierte Suchtmittel in Hamburg. Zu diesem Ergebnis kommt der Verein BADO e.V. nach Auswertung der Daten aus 59 Suchthilfeprojekten in Hamburg. Zu beobachten ist aber auch, dass in den letzten fünf Jahren zunehmend mehr Personen die Suchthilfeeinrichtungen wegen des Konsums von Cannabis, Kokain und Amphetaminen aufgesucht haben. Die Statistik für das Jahr 2015 zeigt, dass 54 % der Hilfesuchenden mehr als nur eine Substanz konsumieren. Die Beratung und Betreuung dieser Menschen mit multiplem Substanzgebrauch stellt eine besondere Herausforderung dar.
Die Studie zeigt darüber hinaus, das Suchtmittelabhängige deutlich von wiederholter Nutzung der Suchthilfeeinrichtungen profitieren.

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Aus der Pressemitteilung zum Statusberichtes 2015

Insgesamt wurden im Jahr 2015 über 15.500 Personen beraten.

  • Über 9.000 Personen, die im Hilfesystem Unterstützung und Hilfe suchen, konsumieren Alkohol,
  • fast 6.400 geben Cannabiskonsums an und
  • ca. 4.500 kommen aufgrund eines Kokainmissbrauchs.
  • In 4.400 Fällen ist der Konsum von Opiaten dokumentiert.

Ein weiterer Trend zeigt, dass der Altersdurchschnitt der Klientel steigt.
61 % der Alkoholabhängigen und 45 % der Opiatabhängigen waren älter als 45 Jahre, 15 % bzw. 4 % älter als 60 Jahre. Die Suchthilfeeinrichtungen werden in wachsendem Maße Menschen betreuen, die neben den typischen komorbiden Erkrankungen der Sucht zusätzlich altersbedingte Probleme mitbringen.

Spezialauswertung

Da ein erheblicher Teil der Suchtmittelabhängigen im Laufe der Jahre wiederholt die Suchthilfeeinrichtungen aufsuchen, wurde in einer Zusatzstudie den Fragen nachgegangen, welche Klientinnen und Klienten längere und erneute Betreuungszeiten in Anspruch nehmen und zu welchen Ergebnissen diese weiteren Betreuungen führen.

Als Ergebnis kann festgehalten werden:
Klientinnen und Klienten mit stärkeren biographischen Vorbelastungen – so z. B. mit schwerer körperlicher Gewalterfahrung, sexueller Gewalterfahrung, Vorstrafen, Haftaufenthalten, Hepatitis C, Arbeitslosigkeit, Suchtmittelabhängigkeit des Partners – hatten im untersuchten Sechs-Jahreszeitraum deutlich längere Betreuungszeiten. Bei einem größeren Anteil der stärker vorbelasteten Personen besteht offensichtlich größerer Hilfebedarf. Eine nachhaltige Stabilisierung erfordert oftmals wiederholte und längere Betreuungszeiten. Als Erfolg muss gewertet werden, dass diese einhergehen mit Reduzierungen der psychischen oder gesundheitlichen Belastungen. Die Betreuten lebten häufiger abstinent hinsichtlich ihrer Hauptdrogen Alkohol, Opiate oder Cannabis. Sie fanden etwas häufiger den Einstieg in die Arbeitswelt und sie lösten etwas häufiger justizielle Probleme. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass die Suchthilfeeinrichtungen bei nachfolgenden erneuten längeren Betreuungen zur Stabilisierung von Erreichtem bzw. zu weiteren Verbesserungen sinnvoll genutzt werden.

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Der Bericht Bado 2015 kann bei Bado e.V. bestellt werden.

Rückfragen der Medien

Frank Gödecke (Die Boje)

Telefon: 040 444091
goedecke@dieboje.de

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